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IS 6x Nietoperetz,die polnische Fledermaus |
Der IS 6x Nietoperetz wurde 1951 von Wladislaw Nowakowski und Justin
Sandauer entworfen. Mehr als 50 Flugstunden wurden während der Werkserprobung geflogen.
Dabei wurden verschiedene Steuerungssysteme erprobt.
Er war als Mitteldecker mit fest am Rumpf angebrachten, nach vorne gepfeilten Innenflügeln und zurückgepfeilten Außenflügeln in Holzbauweise ausgelegt. Verschiedene Steuerungssysteme wurden unterstützt, Umrüstung von einer Version zur Anderen erforderte nur wenige Stunden:
Variante 1: Der Segler war mit einem normalen,
fußbetätigten Seitenruder ausgestattet. Die anderen Steuerflächen waren an der
Endleiste des Flügels wie Folgt angeordnet:
- Durch Handrad betätigte Auftriebsklappen am Mittelflügel
- Je zwei kombinierte Quer- und Höhenruder an der Außenfläche mit unterschiedlichen
Ausschlägen im Verhältnis 1:2
- Durch einen separaten Hebel konnten die äußeren Ruder um 90 Grad nach oben als
Luftbremsen gestellt werden. Die Querruder- Höhenruderfunktion blieb dabei erhalten.

Variante 2: Das Seitenruder war fixiert.
- Steuerung erfolgte durch asymmetrische Ausschläge der äußeren Ruderklappen (nur
an einem Flügel). Die Pedalen konnten unabhängig nach rechts und links betätigt werden.
- Als Luftbremse wurde beide Pedale gleichzeitig betätigt oder ein separater Hebel
dazu benutzt.
Variante 3: Wie Variante 2, nur wurde das Seitenruder samt Flosse komplett entfernt.

Flugerprobung: Durch mangelnde Erfahrung bei SZD mit Nurflügeln wurde der Jungfernflug des Nietoperetz besonders sorgfältig vorbereitet. Vor dem Flugzeugschlepp wurden mehrere Windenstarts auf 1 - 10 m Höhe durchgeführt, um sich mit den Flugeigenschaften vertraut zu machen. Die gesamten Testflüge wurden von einem Piloten durchgeführt.
Variante 1:
- Unangenehmes Springen bei Start und Landung durch die gebogene Kufe.
- Schlechte, kaum merkbare Wirkung der Wölbklappen.
- Sehr empfindliches Höhenruder führte zu heftigen Bewegungen, auch bei kleinen
Ausschlägen.
- Gefährliche, nicht kompensierbare Tendenz zur Kopflastigkeit als Folge der
Wirbelschleppe hinter dem Schleppflugzeug. Das war auch der Grund für die
Beschädigung bei dem ersten Schleppflug.
- Positive statische und dynamische Längsstabilität.
- Erstaunliche Eigenschaft durch Bewegung des Piloten die Höhensteuerung zu
übernehmen.
- Schlechte Querruderwirkung.
- Starkes negatives Querrudermoment führt zu Problemen im Flugzeugschlepp und unter
böigen Wetterbedingungen.
- Gute Bremswirkung der hochgestellten Querruder als Landeklappen.
- Trudeln war mit den getesteten Schwerpunktlagen nicht möglich.
- Anfangsgeschwindigkeit für einen Looping war 170 km/h. Dabei traten aber sehr
hohe Ruderkräfte auf.

Variante 2:
- Steuerbarkeit, einschließlich Kunstflug ist gleich der Variante 1.
- Quersteuerung war zufriedenstellend, obwohl sich aus ergonomischen Gründen
Schwierigkeiten mit er einzelnen Betätigung der Pedalen ergaben.


Variante 3: Im gleichmäßigen Flug führte ein
Querruderausschlag (ohne Seitenruder) zu folgenden Ergebnissen
- Kleines,aber relativ nachdrückliches kopflastiges Moment.
- Beginn einer Kurve entgegengesetzt zum Querruderausschlag.


Die Variante 3 ohne zentrales Seitenruder war wesentlich schwieriger durch die asymmetrische Querrudersteuerung zu beherrschen. Der Hauptgrund ist in dem negativen Querrudermoment zu suchen. Eine weitere Erprobung dieses Typs hätte eine große Verbesserung der Querruderwirkung und die Elimination des negativen negativen Moments erfordert.

Das Original hängt in Krakau im Museum. Wer also mal in die Gegend kommt, bitte viele Fotos machen und mir zukommen lassen...

| Baujahr | 1951 |
| Spannweite | 12,00 m |
| Länge | 4,05 m |
| Streckung | 10 |
| Flügelfläche | 14,40 m2 |
| Höhe | 1,30 m |
| Gleitzahl | 17.5 bei 90 km/h |
| Vmin | 60 km/h |
Vmax |
300 km/h |
| Profil | NACA 23012 |
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Günther Hennig jun.
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Stand: 19. Oktober 2003.